Historie der Schule

Die Hokushin Ittô-Ryû Hyôhô (wörtlich „die Nordstern ein-Schwert Schule der Strategie/Strategieschule“) ist ein Sôgô-Bujutsu (umfassendes Kriegskunst-System), das in den frühen 1820ern während der turbulenten Jahre der späten Edoperiode (1603-1968) vom legendären Schwertheiligen Chiba Shûsaku Taira no Narimasa gegründet worden ist. Von den bis heute überlieferten Schultraditionen ist die Hokushin Ittô-Ryû eine der sehr wenigen, die sowohl komplett und authentisch bewahrt wurde als sich auch immer noch misst in sogenannten Taryû-jiai (freundschaftliche Duelle mit Schwertfechtern anderer Schulen).

 

Chiba Shûsaku wurde als „Tenka Musô“ angesehen, als (in den Kriegskünsten) „ohnegleichen unter dem Himmel“ und innerhalb nur weniger Jahre setzte sich seine Ryûha (Schule), die Hokushin Ittô-Ryû, an die Spitze der sogenannten „Edo San-Dai-Ryû, der drei stärksten und größten Kampfkunstschulen in der Geschichte des feudalen Japan. Die anderen zwei Schulen waren die Shintô Munen-Ryû und die Kyôshin Meichi-Ryû. Jede dieser drei Schulen hatte eine große Anzahl an Meistern und Schülern, genauso wie über das ganze Land verteilte Shibu-Dôjô (Zweig(stellen)-Schulen).

Chiba Shûsaku Taira no Narimasa (千葉周作成政, 1792-1855)

 

Chiba Shûsaku’s Dôjô (Schule, meint den Ort an dem das Training stattfindet) in Edo, dem heutigen Tôkyô, hieß Genbukan. Als Shûsaku aus Edo fortzog, leitete nach ihm sein jüngerer Bruder Chiba Sadakichi Masamichi das Genbukan dann für einige Jahre und unterwies dort Shûsakus noch sehr junge Söhne in der Hokushin Ittô-Ryû Hyôhô. Später gründete Sadakichi dann – ebenfalls in Edo – seine eigene Schule, das Chiba-Dôjô.

 

Chiba Sadakichi öffnete sein Dôjô als Visionär der er war nicht nur für Bushi (Angehörige des Kriegerstandes) wie es zu dieser Zeit üblich war, sondern auch für Bauern, Handwerker, Kaufleute und sogar für Frauen und Kinder. Er glaubte, dass viel wichtiger als die reine Abstammung der aufrichtige Wille ist, hart und kontinuierlich zu trainieren. Diese „Politik der offenen Türen“ machte Sadakichis Dôjô beliebt und steigerte die Anzahl seiner Schüler beträchtlich.

Chiba Sadakichi Masamichi (千葉定吉政道, 1797-1879)

 

 

Die meisten Bushi (Krieger), welche die Geschichte Japans mit ihren Schwertern und Gedanken während der gewalttätigen Jahre der Bakumatsu-Ära (1853-1868) formten, haben die Hokushin Ittô-Ryû zu irgendeinem Zeitpunkt ihres Lebens erlernt oder gar gemeistert. Diese Kunst war dermaßen einflussreich und populär, dass sogar Mitglieder der herrschenden Shôgunats-Dynastie (das war die Tokugawa-Familie), Daimyô (Fürsten), Hatamoto (hochrangige Vasallen des Shôgun) und andere einflussreiche Amtsträger sich in diesem Sôgô-Bujutsu übten.

 

Am Ende der Edo-Periode war die Hokushin Ittô-Ryû Hyôhô eine der Schulen welche am Kôbusho, der berühmten Militärakademie des Tokugawa-Shôgunats (die Tokugawa waren 1603-1868 die militärischen Herrscher Japans), unterrichtet wurde. Später in der Meiji-Periode (1868-1912) lehrte man diese Schule sogar am Keishichô, dem berühmten Tôkyôter Polizeihauptquartier. Die Hokushin Ittô-Ryû ist darüber hinaus einer der wichtigsten Vorläufer, aus denen man das moderne Kendo entwickelt hat.

 

 

Es findet sich ein detaillierterer historischer Überberblick über die Hokushin Ittô-Ryû Hyôhô auf der Webpräsenz des Honbu (Hauptquartiers) dieser traditionellen Kampfkunstschule.